Dienstag, 31 Oktober 2017 18:11

Fortuna war kein Gradmesser

WEHR. Die TuS Fortuna Kottenheim hat den Anschluss zum Spitzenquartett der Fußball-Kreisliga A Rhein/Ahr endgültig hergestellt: Am zehnten Spieltag setzte sich die Mannschaft von Spielertrainer Johannes Stenz beim Tabellenletzten SG Wehr/Rieden/Volkesfeld souverän mit 5:1 (2:0) durch.

„Wir waren das ganze Spiel über die Mannschaft mit mehr Ballbesitz. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir im letzten Drittel des Spielfelds aber die nötige Konsequenz vermissen lassen. Sei es beim Kreieren von Torchancen, sei es beim Verwerten der Möglichkeiten selbst. Allein Sascha Engelmeier stand zwei Mal mutterseelenallein vor dem Torhüter“, analysierte Stenz. „Es hätte für uns ein schwieriges Spiel werden können, wenn in dieser Phase ein Gegentor gefallen wäre.“

Den Gastgebern gelang dieser Treffer vor 80 Zuschauern auf dem Hartplatz in Wehr allerdings nicht. Vielmehr gingen die Fortunen mit einer beruhigenden 2:0-Führung in die Pause: Kevin Groß hatte ein Abstimmungsproblem zwischen SG-Torhüter Stefan Schlich und Julian Rech ausgenutzt (23.), Florian Stein nach einem Freistoß von Philipp Franzen per Kopf getroffen (41.).

Im zweiten Abschnitt kam kurzzeitig Spannung auf, als Julian Rech der Anschlusstreffer gelang (58.). Doch Johannes Theisen stellte aus dem Gewühl heraus den alten Abstand wieder her (64.), der Kottenheimer Sieg war quasi in trockenen Tüchern. Mit zwei weiteren Treffern (68. und 87.) schraubte Torjäger Sascha Engelmeier das Ergebnis weiter in die Höhe. Er war von Groß und Jan Malte Schröter mustergültig bedient worden.

„Wir hatten nach Wiederanpfiff eine kurze Phase der Lethargie, aber die Reaktion in den darauffolgenden 25 Minuten war echt hervorragend. Wir haben konsequent gespielt, waren klar überlegen, haben Chancen herausgespielt und sie auch genutzt“, so Stenz. „So hatte ich erstmals in dieser Saison ab der 75. Minute einen geruhsamen Nachmittag.“

Als fairer Verlierer zeigte sich der Trainer des Tabellenletzten. „Insgesamt waren wir chancenlos. Nach dem Anschlusstreffer kamen wir zwar besser ins Spiel, waren aber nie wirklich nah dran“, erklärte Walter Berresheim, der die Mannschaft nach der Demission von Andreas Lanser übernommen hatte. „Kottenheim ist nicht unser  Gradmesser, wir müssen unsere Punkte gegen andere Teams holen.“

Stenz hatte derweil das große Ganze im Blick. „Wir kämpfen uns mehr und mehr in die Saison hinein. Ich würde uns aber nicht als Spitzenmannschaft bezeichnen, denn eine Spitzenmannschaft muss sich nicht in eine Saison hineinkämpfen“, so der Spielertrainer der Fortunen. „Wir haben es aber zumindest geschafft, den Anschluss nach oben herzustellen und müssen nicht im Mittelfeld der Tabelle  herumdümpeln.“

SG Wehr/Rieden/Volkesfeld: Stefan Schlich, Mathias Rech, Florian Rech, Maximilian König (66. Maik Lischwe), Julian Rech, Michael Bell, Jordi Geisen, Christopher Schüller, Benedikt Gansen, Daniel Müller, Maik Schricker.

TuS Fortuna Kottenheim: Silas Zeininger, Tobias Traubenkraut, Kevin Schupp (65. Philipp Hendrix), Sascha Engelmeier, Mario Zäck, Florian Stein, Jan Malte Schröter, Kevin Groß, Johannes Theisen, David Schmitz (19. Max Weiler-Tersch), Philipp Franzen (75. Matthias Krämer).

Schiedsrichter: Lars Streit (Honerath).

Zuschauer: 80.

Torfolge: 0:1 Kevin Groß (23.), 0:2 Florian Stein (41.), 1:2 Julian Rech (58.), 1:3 Johannes Theisen (64.), 1:4, 1:5 Sascha Engelmeier (68., 87.).